Archiv der Kategorie 'Uncategorized'

14
Dez
09

the best camera

Die beste Kamera ist immer die, die man gerade dabei hat. Natürlich ist es praktisch, Wechselobjektive, einen ordentlichen Sensor oder auch nur manuelle Belichtung zu haben.

Aber es gibt situationen, da will man ein Bild machen und hat das alles einfach nicht dabei. Praktisch, wenn dann etwas, das man (fast) immer dabei hat, Bilder machen kann, ein Handy zum Beispiel. Allerdings waren alle Handykameras, die ich bisher hatte, nicht annähernd ernst zu nehmen: Es war damit kein Bild zu schießen, dass man sich wirklich anschauen wollte oder konnte.

Aber jetzt bin ich ja unter die Smartphone-Jünger gegangen. Zwar kein iPhone, dafür aber OpenSource: Google Android.

Aber wodurch wird eine Handykamera zur brauchbaren Handykamera? Apps! Kleine Programme auf einem Smartphone, mit denen man Bilder noch auf dem Handy bearbeiten kann, oder ganz andere lustige Sachen.
Für das iPhone gibts ja schon tonnenweise Blogs und Programme unter anderem von Chase Jarvis.

So lang hab ich mein Android-Phone ja noch nicht, aber ein paar praktische Gratis-Apps hab ich mir schon gefunden, kostenpflichtige würd ich nur auf Empfehlung nehmen. Hier meine Apps:

FxCamera: Ein Kamera-App, das mehrere Kamera- und Filmtypen simuliert, zum Beispiel Pola(n)droid oder Lomos (was dann halt ToyCam heißt). Damit hab ich schon recht feine Bilder geschossen, aber scheinbar gibts keinen Nacht-Modus, wie bei der normalen Systemkamera, was das fotografieren im Dunklen nicht wirklich einfach macht. Vielleicht ists nur Einbildung, aber ich denke mir, dass FxCamera dafür aber schneller auslöst als die normale Android-Cam.

PicSay: Ein rudimentäres Bildbearbeitungsprogramm, das auch in der Gratisversion relativ brauchbar ist, wenn auch kein Wahnsinn: Einfache Dinge wie Kontrast, Farbton, Helligkeit oder Sättigung kann man nutzen und dann noch ein paar Spielereien, wie Sprechblasen so Zeug. Bei PicSay bin ich am überlegen, die zwei Euro für die Pro-Version zu investieren.

a world of photo: Mein absolutes Favourite-App, Wie ein modernes Flaschendrehen: Man legt das Handy auf eine ebene Fläche und dreht es. Dann sucht das Handy via GPS einen anderen Mitspieler in dieser Richtung und kontaktiert diesen: Wenn er akzeptiert muss er ein Foto machen und zurückschicken, das ich dann bewerten kann. Dann ist er an der Reihe mit Drehen. Sehr lustig, ich hab echt schon viele schöne Fotos bekommen und lustige Menschen kennen gelernt, unter anderem aus Shanghai, Marokko, Russland und Japan, auch wenn der großteil der User aus Europa und Amerika kommt.

Gibts vielleicht Empfehlungen?

05
Dez
09

hangman

Schnappschuß, mehr hab ich irgendwie nicht zu sagen…

04
Nov
09

shelter

let your light shine on[wordless wednesday]

26
Okt
09

still burning

enter

Den Studenten reichts zu Recht und natürlich waren es die KünstlerInnen, die die Revolution gestartet haben. Von der Akademie Der Bildenden Künste ausgehend fanden sich in der letzten Woche in ganz Österreich StudentInnenenbewegungen zusammen, die für bessere Studienbedingungen, mehr Geld für die Unis sowie gegen Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen (offizielle Forderungen) demonstrieren und zu diesem Zwecke unter anderem das Audimax der Hauptuni Wien besetzt halten.

weiterlesen ’still burning’

14
Okt
09

pop

fliegende whiskeyflaschen[wordless wednesday]

07
Okt
09

mobile eins

durchs selbe ersetzt[wordless wednesday]

03
Okt
09

preparations

IMG_7580.2

Aus der Serie „Aus dem Archiv“

30
Sep
09

styla

scho schee, oda?[wordless wednesday]

15
Aug
09

walter benjamin. teil eins

mamiya again

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit.

Im neunzehnten Jahrhundert wurde die Frage, ob die Fotografie eine Kunst sei, heftig diskutiert. Heute mag sie uns abwegig erscheinen, denn die Fotografie hat sich ihren Stellenwert längst erkämpft, wird in allen Galerien ausgestellt und ist vollständig in der Hochkultur angekommen. Niemand hat gefragt, wie sehr sich die Kunst an sich durch die Fotografie verändert. Und das tat sie und tut sie immer noch, durch die Digitalisierung noch viel mehr. Doch wie? Und warum? Dieser Frage ist der Medientheoretiker, Philosoph und Kritiker Walter Benjamin nachgegangen, und er hat sich dabei allerdings nicht auf die Fotografie beschränkt, sondern dies auf alle Medien ausgeweitet. In seinem Werk „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ schreibt er 1935 eine Analyse der sozialen Veränderungen der Kunst, die nicht allein auf dem Stadium der technischen Entwicklung basieren, sondern auch heute noch allgemein gültig sind. Und das Internet bestätigt Benjamin nur.

Alles von Menschenhand Geschaffene konnte schon immer nachgemacht werden.
Und das wurde es auch immer schon, um vom Meister zu lernen, eigene Arbeiten zu verbreiten oder aus ökonomischen Gründen. Doch diese Reproduktion konnte nie die Aura eines Kunstwerks herstellen, das Hier und Jetzt, seine traditionelle und historische Geschichte, sein Dasein an einem Ort. Das kann die technische Reproduktion auch nicht, doch während die manuelle Reproduktion neben dem Original immer nur als Fälschung dastand und das Original deswegen eine gewisse Autorität behielt, stellt die die technische Reproduktion diese Autorität aus zwei Gründen in Frage: Erstens ist die technische Reproduktion eigenständiger, sie kann durch bestimmte Verfahren wie Vergrößerung, Zeitlupe oder durch verstellbare Linsen neue Seiten hervorheben und Teile des Originals zeigen, die der normalen Optik und dem menschlichen Auge sonst nicht zugänglich wären. Zweitens kann die technische Reproduktion das Original an Orte und in Situationen bringen, die mit dem Kunstwerk sonst nicht möglich wären. Wie stark diese Entwicklung durch moderne tragbare Geräte vorangetrieben wurde, konnte Walter Benjamin wahrscheinlich nicht einmal annähernd ahnen. Doch es bleibt immer noch die Aura.

Die Einzigkeit eines Kunstwerks ist identisch mit dem Eingebettetsein in die Tradition.
Die usprünglichste Art dieser Einbettung in die Tradition war die Herstellung von Objekten für den Kult. Die ersten Kunstwerke wurden für rituelle Zwecke geschaffen, erst für magische dann für religiöse. Natürlich ist die Tradition historisch gesehen etwas lebendiges und wandelbares, aber trotzdem hat sich das Kunstwerk nie aus diesem Zusammenhang gelöst. Erst durch die Weiterentwicklung der verschiedenen Kunstdisziplinen verschob sich der Fokus der Kunstrezeption vom Kultwert zum anderen Pol hin, nämlich hin zum Ausstellungswert. Der Ausstellungswert einer Messe mag zwar nicht automatisch geringer sein als der einer Symphonie, und trotzdem entstand die Symphonie als ihr Ausstellungswert größer als der der Messe zu werden schien.

In der Fotografie beginnt der Ausstellungswert den Kunstwert auf der ganzen Linie zurückzudrängen.
Diese quantitative Verschiebung ins andere Extrem durch das Auftreten der Fotografie, dem ersten wirklich revolutionären Reproduktionsmittel, bedeutet natürlich auch eine qualitative Veränderung. Der urzeitliche, reine Fokus auf den Kultwert machte das Kunstwerk zu einem Gebilde rein magischer Funktion, das erst später als Kunstwerk gesehen wurde.
Genauso wird das Kunstwerk durch das absolute Gewicht, das auf dem Ausstellungswert liegt, heute zu einem Gebilde mit ganz neuen sozialen Funktionen, wobei die aktuell künstlerische vielleicht in Zukunft nur mehr als eine völlig beiläufige erscheinen mag.

Als die Kunst das Nahen der Krise spürt, reagiert sie mit der Lehre vom l’art pour l’art.
Diese Idee der „reinen“ Kunst um der Kunst’ Willen bleibt aber ohne soziale Funktion oder gegenständlicher Grundlage, ist aber doch wichtig für die dialektische Entwicklung. Denn zum ersten Mal löst sie sich von ihrem parasitären Dasein am Ritual.
Gleichzeitig darf sie aber auch nicht beim schnöden Schönheitsdienst bleiben, um nicht in den Kitsch zu verfallen, und außerdem richtet sich die Kunst auch nach dem Medium aus. Benjamin selbst beschreibt dies in dem schönen Satz: „Das reproduzierte Kunstwerk wird in steigendem Maße die Reproduktion eines auf Reproduzierbarkeit angelegten Kunstwerkes!“
Er selbst zählt hier noch Fotografie und Film auf, um diese Erkenntnis brauchbar zu nützen, doch mit der Digitalisierung ist beinahe jedes Medium zum Inbegriff der technischen Reproduzierbarkeit geworden.

Was im Zeitalter der technischen Reproduktion zertrümmert wird, das ist die Aura.
Die Aura war es, die für uns das Prinzip des Originals definierte. Wenn sich nun allerdings die Kunst an der technischen Reproduzierbarkeit ausrichtet, und dies eine Emanzipation vom Ritual bedeutet, so heißt das, dass wir uns in der Kunst vom Original, vom Einzigartigen und von der Aura verabschieden müssen.
Dies geht einher mit der gestiegenen Bedeutung der Massen heutzutage, denn es ist heute ein elementares Bestreben der Massen, sich die Dinge räumlich und menschlich „näherzubringen“ und die Einmaligkeit zu überwinden.
Benjamin kann die gesellschaftlichen Bedingungen für diesen Verfall der Aura aufzeigen:  „Immerhalb großer geschichtlicher Zeiträume verändert sich mit der gesamten Daseinsweise der menschlichen Kollektiva auch die Art und Weise ihrer Sinneswahrnehmung.“ Desweiteren schreibt er: „Die Ausrichtung der Realität auf die Massen und der Massen auf sie ist ein Vorgang von unbegrenzter Tragweite sowohl für das Denken, als auch für die Anschauung.

Doch was bedeutet das? Benjamin schließt: „In dem Augenblick aber, da der Maßstab der Echtheit an der Kunstproduktion versagt, hat sich die gesamte soziale Funktion der Kunst umgewälzt. An die Stelle ihrer Fundierung aufs Ritual tritt ihre Fundierung auf eine andere Praxis: nämlich ihre Fundierung auf Politik.

29
Jun
09

Holz

stolz

Ich finde ja, dass diesem Buch erst jetzt die fotografische Luft ausgeht!




Tobias Stadler

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