mayday and a blockparty
Ich muss Arbeit nicht geil finden, um den ersten Mai zu feiern, Herr Grigat. Prekär leben, vernetzt kämpfen. Es macht nämlich auch Sinn, Gemeinsamkeiten zu finden, und eine dieser Gemeinsamkeiten ist, dass fast alle von uns Lohnarbeit in irgendeiner Form leisten müssen, und dass wir alle in Konkurrenzverhältnisse gesetzt werden, die wir nicht wollen und die nichts besser machen, im Gegenteil. Gerade wenn moderne Anstellungs- und (Selbst-)Ausbeutungsverhältnisse uns vereinzeln wollen, und uns das auch noch als Fortschritt und größere Freiheit verkauft wird, uns aber nur in Unsicherheiten ohne gemeinschaftlichen Rückhalt wirft, macht es Sinn, gemeinsam und vernetzt zu kämpfen, denn wir müssen uns das nicht gefallen lassen.
Die weltweiten Mayday-Paraden sind dafür ein Zeichen: wir sind viele, wir wollen uns euren Leistungszwang nicht gefallen lassen.
Also trafen sich am ersten Mai auch in Wien viele nette Menschen, um sich Straßen und Räume zu nehmen, um zu tanzen, und zu vernetzen. Um 14h kamen einige hundert Menschen in den Bruno-Kreisky-Park, um dann zwei Stunden später durch die Stadt zu tanzen. Durch den Fünften gings zum Karlsplatz und von dort zur Heinestraße, wo auf den Straßen vor der PizzAria in einer sehr gemütlichen Blockparty endete.
Dabei wurden wir von einem absurden Polizeiaufgebot in Wanderkessel-Manier begleitet, beobachtet und gefilmt. Ein Hubschrauber am Himmel, mindestens 30 Busse vor und hinter der Parade und ein ganzer Marschkorps rundherum. Ich weiß nicht, was die Exekutive hier befürchtet hat, aber dafür hatten wir ein paar hundert Staatsdiener*innen, die in Vollmontur und wahnsinniger Hitze für ihre Feiertagszulage schwitzten.






























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