15
Jun
09

streets

how many roads?

Text zu meiner Serie über den fotografischen Konstruktivismus
[hier als PDF mit allen Bildern!]

Wenn wir Objekte wahrnehmen, dann zerlegt unser Gehirn das Gesehene in mehrere geometrische Formen auf und analysiert die Kombination um die Form zu erfassen. Dann sucht es nach bekannten Kombinationen in der Erfahrung.
Wenn wir nun bewusst Formen und Konstellationen in den Raum stellen wird die Wahrnehmung herausgefordert, und je nach Abstraktionsgrad, Farbgebung und Größe zueinander kann das Gehirn versuchen, gegenständliches im Bild zu erkennen.
Wir sind also umgeben von bekannten geometrischen Variationen und der Konstruktivismus hebt nun diese Geometrie der Welt heraus, hinterfragt unsere Wahrnehmung und zieht daraus Schlüsse auf die Gestaltung. In fast kubistischem Sinne stellt er neue, synthetische Objekte her, für die vielleicht noch keine Erfahrung bereitliegt.

In meiner Serie suche ich nun neue Formen im öffentlichen Raum, genauer gesagt im Straßenverkehr, der mit seinen Schildern und Piktogrammen von vielen Erfahrung besetzt ist. Die Markierungen, Signale und Objekte am Boden, die nur mehr unterbewusst wahrgenommen werden, bilden die Seiten meiner Konstrukte, die in geometrischen Teilen die Erfahrung in synthetischen Welten sucht. Die Konstruktivisten proklamierten die Idee des „homme machine“, des Menschen als Maschine, der seine Wahrnehmung technologisch erweitern kann und muss. So muss der moderne Mensch seine Umgebung auf mehreren Ebenen wahrnehmen, um in Alltagssituationen wie dem Straßenverkehr bestehen zu können.


0 Antworten zu „streets“



  1. Noch keine Kommentare

Eine Antwort schreiben




Tobias Stadler

Übersicht

Juni 2009
M D M D F S S
« Mai   Jul »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  

Für alle Veröffentlichungen auf diesem Blog gilt:

Creative Commons License
Dieses Werk oder Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.